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08.12.2011

SZ - Landkreisausgabe Starnberg

Eine letzte Freude für Todkranke

Schwerstkranke Menschen in ihren letzten Wochen zu begleiten, das hat sich der ambulante Hospizdienst (AHD) Gauting zur Aufgabe gemacht. Oft sind es junge Menschen, die im Sterben liegen. Meist jedoch sitzen die Hospizhelfer am Bett von sehr alten Menschen, die niemanden mehr haben, der sich um sie kümmern und ihnen einen letzten Wunsch erfüllen könnte.



„Es ist sehr schwer für die Hospizhelfer, wenn kein Geld da ist, um einem Sterbenden seinen letzten Wunsch zu erfüllen. Manche zahlen dann aus eigener Tasche, um dem Todkranken noch eine letzte Freude zu machen. Es wäre darum schön, wenn wir dafür einen Extra-Spendentopf anlegen könnten“, sagt Franziska Scarisbrick vom Leitungsgremium des AHD.
Meistens sind es kleine Dinge, die noch ein letztes Lächeln auf die Gesichter zaubern. Eine alte Dame wünschte sich zum Beispiel einen Rosenstrauß für den Nachttisch an ihrem Sterbebett. Die ehrenamtliche Hospizhelferin erfüllte ihr den Wunsch. Oder die Seniorin, die während ihrer langen Krankheit immer die Vögel beobachtet hatte: Sie wünschte sich Vogelfutter, um die Vögel auf den Balkon zu locken. Oder die Frau, die daheim gepflegt wurde: Sie wollte auf üppig blühende Blumenkästen schauen. Einmal hatte eine Helferin sogar einen Besuch im Tierpark für eine alte Frau organisiert. Die Patientin hatte gestanden, dass sie gern noch einmal die Tiere im Zoo sehen wolle. Manchmal kann auch mit einem Aromaöl oder einer Duftlampe zum Wohlbefinden beigetragen werden. Auch Sprühfläschchen sind für Schwerstkranke, die nicht mehr trinken können, eine Hilfe. Kleinigkeiten – aber große Wohltaten für die Patienten.

(SZ vom 08.12.11)