Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)
Wilhelm T. (Name von der Redaktion geändert) ist ein netter, höflicher, zuvorkommender junger Mann. Damit er sein Leben selbst in geordnete Bahnen lenken kann, fehlen ihm zwei zentrale Dinge: eine Ausbildungsstelle und ein eigenes Dach über dem Kopf. Wilhelm lebt bereits seit eineinhalb Jahren in einem Zweibettzimmer einer Obdachlosenunterkunft.
Wer sein Quartier mit häufig wechselnden Mitbewohnern teilen muss, die oft unter gravierenden psychischen oder Suchtproblemen leiden, hat nicht nur viel zu oft schlaflose Nächte, sondern auch keine Chance, eine Lehrstelle zu finden.
Dabei hat der junge Mann seine Situation nicht selbst verschuldet. Als jüngstes von vier Kindern wuchs er ohne Mutter bei einem allein erziehenden, alkoholkranken Vater auf, der voll berufstätig war. Dieser familiäre Hintergrund lässt die Probleme, die Wilhelm in der Schule hatte, in einem anderen Licht erscheinen. Dennoch schaffte der Jugendliche im Alter von 18 Jahren den Hauptschulabschluss, den er ein Jahr später ohne außerschulische Unterstützung zu einem Quali ausbaute. Auf diesen Erfolg ist der jungeMann besonders stolz. Der so sehnsüchtig erhoffte Ausbildungsplatz als Zerspanmechaniker, als Techniker oder im handwerklichen Bereich blieb ihm trotzdem verwehrt. Im Altern von 19 Jahren fing er deshalb an, bei verschiedenen Unternehmen, in der Regel waren es Zeitarbeitsfirmen, zu arbeiten. Diese Gelegenheitsjobs hatten noch einen Nachteil, sie waren immer zeitlich befristet.
Weil das Geld für eine eigene Bleibe fehlte, musste der junge Mann wohl oder übel in der Wohnung seines Vaters bleiben. Als dieser 2008 an Krebs erkrankte, kümmerte sich Wilhelm um ihn. Nach dem Tod des Vaters musste der Rest der Familie aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen, weil die Miete ohne das Einkommen des Vaters nicht mehr zu finanzieren war. Der Tod des Vaters hatte für den jüngsten Sohn noch weitere, gravierende Folgen. Wilhelm wurde depressiv. Er kümmerte sich nicht mehr um seine Angelegenheiten und das berufliche Fortkommen. Ein knappes Jahr wohnte er bei Freunden, dann rutsche er in die Obdachlosigkeit ab, bis er vor eineinhalb Jahren eine Bleibe in einer Pension fand.
Der größte Wunsch des jungen Mannes ist es, doch noch eine Ausbildungsstelle als Zerspanungsmechaniker oder Techniker zu finden. Sein Betreuer von der Obdachlosenhilfe der Caritas in Fürstenfeldbruck traut ihm das zu. Er meint, Wilhelm sei intelligent, bisher habe es ihm nur an der adäquaten Förderung gefehlt.
Eine Voraussetzung, um sein Leben in den Griff zu bekommen, ist für Wilhelm eine eigene Wohnung, die dem Bezieher von Arbeitslosengeld II eine Privatsphäre und eine Erholungsmöglichkeit bietet. Der SZ-Adventskalender möchte ihm bei der Finanzierung der Kaution und beim Umzug unter die Arme greifen.
(SZ vom 29.11.11)