Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)
Kinder müssen in die Schule gehen, das ist selbstverständlich, richtig und gut. Kinder müssen lernen. Doch wer kein Deutsch kann, weil er gerade erst mit seiner Familie aus dem Ausland zugezogen ist, der steht vor einem Riesenproblem. Wie soll er im Unterricht mitkommen, wenn er die Unterrichtssprache nicht beherrscht? Wie soll er lernen, ohne Deutsch zu können?
In vielen Schulen gibt es zwar speziellen Förderunterricht für nicht-deutschsprachige Schüler. Doch um möglichst schnell die Deutschkenntnisse eines Migrantenkindes zu verbessern, ist das meist zu wenig. Oder anders: Mehr Förderung wäre in jedem Fall besser. Im Dorfener Zentrum für Integration und Familie (DZIF) hat man den besonderen Bedarf erkannt. Neben der seit zehn Jahren angebotenen Hausaufgabenbetreuung bietet das DZIF seit vier Jahren eine spezielle Deutschförderung an, in der Kinder, die es manchmal von heute auf morgen zu uns verschlagen hat, möglichst mehrmals in der Woche Deutschunterricht bekommen. Je nach Alter der Kinder braucht es ein bis zwei Jahre, manchmal noch etwas länger, bis die Geförderten ein Sprachniveau erreicht haben, mit dem sie einigermaßen Chancengleichheit in der Schule haben.
Das DZIF schließt mit seinem eigenen und nicht durch staatliche Stellen geförderten Angebot eine Gerechtigkeitslücke. Für erwachsene Migranten gibt es die staatlich vorgeschriebenen, kostenlosen Integrationskurse, in denen ja vor allem Deutsch gelernt wird – „für ihre Kinder gibt es keine vergleichbaren Deutschkurse“, sagt die Leiterin des DZIF, Marianne Ehrler.
Doch Intensivunterricht für Kinder kostet selbstverständlich auch Geld. Da viele Migrantenfamilien, erst recht diejenigen, die erst seit relativ kurzer Zeit in Deutschland sind, „nicht mit Geld gesegnet sind“, ist für ihre Kinder mehr als ein oder zwei Mal Deutschförderung beim DZIF nicht drin. Für Familien aus der Stadt wird die Situation durch Zuwendungen der wohltätigen Dorfener Nikolaistiftung erleichtert. Kinder von Familien, die in Nachbargemeinden wie Sankt Wolfgang oder Lengdorf leben, können jedoch von der Nikolaistiftung nicht unterstützt werden. „Wir sagen zwar immer, am Geld soll es nicht scheitern“, sagt Ehrler – doch auch weitgehend ehernamtliche Arbeit kommt nicht ohne finanzielle Mittel aus.
Um das erfolgreiche und sinnvolle Projekt aufrechtzuerhalten und vor allem, um den Sprachunterricht noch effektiver gestalten zu können, wäre ein eigenes Unterrichts-Laptop hilfreich und gut. Um zum Beispiel spezielles Lernmaterial via Internet zu besorgen. Der SZ-Adventskalender für gute Werke unterstützt dieArbeit des DZIF für etwas mehr Chancengleichheit.
(SZ vom 06.12.11)